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Die Geschichte von Herrn S.

Herr S. ist 36 Jahre, alleinstehend und in mittlerer Position in einer Behinderteneinrichtung tätig. Seine Freundin hat sich von ihm getrennt. Das passiert ihm zum wiederholten Mal. Er ist sehr niedergeschlagen und verunsichert. Kaum kann er sich auf seine Arbeit konzentrieren, und das, obwohl er sonst sehr erfolgreich ist. Zu den Beziehungsproblemen kommen nun Existenzängste hinzu. Ein Kollege empfiehlt ihm, sich an die Psychologische Beratungsstelle zu wenden.

Im Verlauf des ersten Gesprächs wird klar, dass Herr S. sich schnell unsicher fühlt, auch im Beruf. Dann tritt er stets die Flucht nach vorn an. Mit Leistung hat er viel erreicht, doch innerlich fühlt er sich oft ganz klein, vor allem seinem Vorgesetzten gegenüber. Auch mit dem Berater geht es ihm so. Er sehnt sich nach fürsorglicher Liebe einer Frau. Doch bisher ging immer der Beruf vor.

In den nächsten Gesprächen wird deutlich wie eng Herr S. noch an seine Mutter gebunden ist. Nachdem sie sich von seinem Vater getrennt hatte, tat sie stets alles für ihn. Obwohl der Kontakt zu seinem Vater abgebrochen ist, kämpft er immer noch um dessen Anerkennung. Schließlich wagt er es, mit seinem Vater Kontakt aufzunehmen. Sein Vaterbild muss er verändern. Darüber findet er seine Lebensenergie wieder. Die Probleme mit Frauen scheinen ihm nicht mehr so wichtig.

In einer zweiten Beratungsphase gelingt es Herrn S. zunehmend, sein Selbstbild und seine Ansprüche zu verändern. Dies führt zu Konflikten mit seiner Mutter, denen er sich stellt. Herr S. beendet die Beratung, weil er sich für seinen weiteren Weg stark genug fühlt. Zwei Jahre später schickt er eine Heiratsanzeige.

 

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