Wir nehmen uns Zeit für das, was Sie bewegt

 

Die Psychologischen Beratungsstellen sind Anlaufstellen für Menschen aus Ulm und dem Alb-Donau-Kreis. Wir versuchen, in schwierigen und scheinbar ausweglosen Situationen Lösungswege zu finden, psychische Krisen und Tiefs zu bewältigen. Sie können sich sicher sein: bei uns finden Sie Menschen, die sich Zeit für Sie nehmen, genau zuhören und hinsehen.

Unser Team von neun hauptamtlichen Beraterinnen und Beratern sowie zwei Honorarmitarbeiterinnen tut genau das. Und zwar mit qualifizierten psychotherapeutischen Zusatzausbildungen, langjähriger Erfahrung und viel menschlichem Einfühlungsvermögen. Ärzte und Juristen unterstützen uns bei unserer Arbeit.

Selbstverständlich stehen wir unter Schweigepflicht.

Die Erziehungs-, Familien- und Jugendberatung ist kostenlos, für die Lebens-, Paar- und Trennungsberatung bitten wir Sie darum, sich ab dem zweiten Termin im Rahmen Ihrer Möglichkeiten finanziell zu beteiligen.

Beispiele für Beratungen

  • add_circle Die Geschichte von Laura (5 Jahre)

    Die Geschichte von Laura - Erziehungsberatung*

    Laura war fünf Jahre alt, als sich ihre Eltern trennten. Der Vater zog aus. Die Mutter hatte schnell wieder einen Freund. Vor ihm fürchtete sich Laura, weil er so streng war. Als Lauras Vater wieder eine neue Freundin hatte, holte er Laura nur noch unregelmäßig ab. Laura war alles zu viel. Sie machte wieder ins Bett. Ihr größter Wunsch war, dass sich die Eltern wieder vertragen und zusammenziehen.
    Kinder wie Laura können meistens nicht sagen, was sie bewegt. Sie drücken es durch ihr Verhalten aus. In der Spieltherapie spielte Laura immer wieder ein Baby, das versorgt werden musste. Sie fühlte sich nicht stark genug, die Trennung der Eltern auszuhalten. Sie hatte ein schlechtes Gewissen: Sie gab sich die Schuld an den Streitigkeiten der Eltern, weil sie öfter frech war. Fühlte sie sich stärker, brachte sie die Wut und die Trauer über die Trennung zum Ausdruck. Nach etwa einem Jahr nässte sie nicht mehr ein. Ihren Eltern sagte sie selbstbewusster die Meinung, und sie kam einigermaßen in den zwei Familien zurecht.
    Eltern können oft nicht aushalten, dass auch die Kinder wegen der Trennung trauern. Durch die Gespräche wurde Lauras Mutter unterstützt, Laura mit ihrer Trauer und Wut auszuhalten und anzunehmen. Der Vater Lauras konnte für ein Gespräch gewonnen werden. Er erkannte seine Bedeutung für Laura als Vater und holte sie wieder regelmäßig zu sich.

  • add_circle Die Geschichte von Gesine (13 Jahre)

    Die Geschichte von Gesine - Erziehungsberatung*

    Gesine ist dreizehn Jahre alt. Ihre Eltern leben getrennt. Gesines Mutter weiß nicht mehr weiter: Die beiden liegen ständig wegen der Schule im Streit. Gesine wird in der Schule zunehmend schlechter und droht nun zum zweiten Mal sitzen zu bleiben. Gesines Mutter ist der Meinung, ihre Tochter nehme sich zu wenig Zeit zum Lernen. Sie ist der Ansicht, dass man es nur durch Leistung im Leben zu etwas bringen könne. Mutter und Lehrerin sind der Meinung, Gesine könne in der Schule bessere Leistungen bringen.
    Gesine ist wütend auf ihre Mutter: Ständig macht ihr ihre Mutter Vorhaltungen wegen der Schule, schränkt sie ein, so dass ihr der Spaß am Leben verloren zu gehen droht. Mehr Lernen bringe nicht mehr Erfolg. Oft hatte Gesine festgestellt, dass sie alles wieder vergesse und trotz des Lernens schlechte Noten schreibe. Von der Mutter fühlt sie sich unter Druck gesetzt. Vom Vater fühlt sie sich im Stich gelassen, weil er sich mehr um seine eigenen Probleme kümmert als um sie. Gesine will nicht nur die brave Tochter sein und sich an dem orientieren, was ihre Mutter sagt.
    Zunächst kommen Mutter und Tochter gemeinsam in die Beratungsstelle. Auf Vorschlag der Beraterin handeln Gesine und ihre Mutter miteinander aus wie sie miteinander besser zu Recht kommen können: Gesine bestimmt selbst, was sie tun will, um ihr Leistungsniveau in der Schule anzuheben. Im Gegenzug hört die Mutter auf, Gesine dazu anzuhalten und zu kontrollieren. Wenn Gesine ihre selbst gesteckten Ziele erreicht hat, darf sie einmal in der Woche länger ausgehen. Für die Mutter ist es wichtig, dass sie dann weiß, wo sie sich aufhält.
    Nun kommt Gesine allein zu den Gesprächen in die Psychologische  Beratungsstelle. Die Beraterin erforscht gemeinsam mit Gesine die Gründe, warum sie sich so schlecht in der Schule konzentrieren kann und trotz guter Begabung schlechte Schulleistungen hat. Als Ursache stellt sich heraus, dass Gesine im Alter von sieben bis zehn Jahren von einem Mann sexuell missbraucht wurde. Eine Rechtsanwältin wird eingeschaltet. Gesine nutzt die Möglichkeit, die Folgen ihres sexuellen Missbrauchs mit der Beraterin zu besprechen und die Erlebnisse und Erinnerungen, die sie damit verknüpft, noch einmal gemeinsam anzuschauen, um sie dann verarbeiten und zur Seite legen zu können.

    *Alle Geschichten werden mit ausdrücklichem Einverständnis der Klienten und geänderten Namen veröffentlicht.

  • add_circle Die Geschichte eines jungen Ehepaares

    Ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter sucht ein junges Paar Rat in der Psychologischen Beratungsstelle. Die Frau denkt über eine Trennung nach. Seit ihre Tochter auf die Welt kam, redet das Ehepaar nur noch über organisatorische Fragen. Sexuelle Kontakte gibt es keine mehr. Vor der Geburt hatten beide eine partnerschaftliche Beziehung: Beide waren berufstätig. Hausarbeit, Einkaufen, Kochen wurde geteilt. In der Freizeit hatten sie gemeinsame Hobbys. Nach der Geburt des Kindes fand sich die Ehefrau in der traditionellen Rolle, die sie nie einnehmen wollte. Als Mutter war sie auch zuständig für den Haushalt und die Organisation von Alltag und Wochenende. Tief enttäuscht darüber, dass ihr Mann im Beruf nicht mehr zurücksteckte und ihr damit eine Rückkehr in den Beruf unmöglich machte, zog sie sich zurück. Lieber wollte sie allein leben. Der Ehemann beteiligte sich anfangs an der Versorgung der Tochter. Er konnte es jedoch seiner Frau nie recht machen. Sie hatte genaueste Vorstellungen, denen er sich fügen sollte. Immer häufiger wich er in seinen Beruf aus. Die meisten Paare, die in die Psychologische Beratungsstelle kommen, fühlen sich vom Partner oder der Partnerin gekränkt, unverstanden und sehnen sich nach Liebe. Die Berater und Beraterinnen versuchen zu vermitteln. In einem ersten Schritt versucht die Beraterin, dem Paar zu helfen, dass sie wieder miteinander reden können und sich gegenseitig mitteilen, was sie denken und fühlen. Sie unterstützt das Paar, eine Änderung des Verhaltens auszuhandeln. Der Ehemann versorgt wieder häufiger die Tochter. Seine Frau überlässt es ihm, wie er es macht. Gemeinsam suchen sie nach Wegen, wie die Liebesbeziehung des Paares belebt werden kann. Sie suchen nach einer neuen Form der Beziehungspflege, indem an gemeinsame gute Erfahrungen angeknüpft und mehr gemeinsame Zeit eingeräumt wird.

  • add_circle Die Geschichte von Herrn S. (36 Jahre)

    Herr S. ist 36 Jahre, alleinstehend und in mittlerer Position in einer Behinderteneinrichtung tätig. Seine Freundin hat sich von ihm getrennt. Das passiert ihm zum wiederholten Mal. Er ist sehr niedergeschlagen und verunsichert. Kaum kann er sich auf seine Arbeit konzentrieren, und das, obwohl er sonst sehr erfolgreich ist. Zu den Beziehungsproblemen kommen nun Existenzängste hinzu. Ein Kollege empfiehlt ihm, sich an die Psychologische Beratungsstelle zu wenden.
    Im Verlauf des ersten Gesprächs wird klar, dass Herr S. sich schnell unsicher fühlt, auch im Beruf. Dann tritt er stets die Flucht nach vorn an. Mit Leistung hat er viel erreicht, doch innerlich fühlt er sich oft ganz klein, vor allem seinem Vorgesetzten gegenüber. Auch mit dem Berater geht es ihm so. Er sehnt sich nach fürsorglicher Liebe einer Frau. Doch bisher ging immer der Beruf vor.
    In den nächsten Gesprächen wird deutlich wie eng Herr S. noch an seine Mutter gebunden ist. Nachdem sie sich von seinem Vater getrennt hatte, tat sie stets alles für ihn. Obwohl der Kontakt zu seinem Vater abgebrochen ist, kämpft er immer noch um dessen Anerkennung. Schließlich wagt er es, mit seinem Vater Kontakt aufzunehmen. Sein Vaterbild verändert sich. Darüber findet er seine Lebensenergie wieder. Die Probleme mit Frauen scheinen ihm nicht mehr so wichtig.
    In einer zweiten Beratungsphase gelingt es Herrn S. zunehmend, sein Selbstbild und seine Ansprüche zu verändern, er wird selbstbewusster. Dies führt zu Konflikten mit seiner Mutter, denen er sich immer mehr stellt. Herr S. beendet die Beratung, weil er sich für seinen weiteren Weg stark genug fühlt. Zwei Jahre später schickt er eine Heiratsanzeige.

    *Alle Geschichten werden mit ausdrücklichem Einverständnis der Klienten und geänderten Namen veröffentlicht.

  • add_circle Die Geschichte von Frau B. (75 Jahre)

    Frau B., 75 Jahre, ruft in der Beratungsstelle an und gibt als Anmeldegrund Probleme in ihrer aktuellen Lebenssituation an. Schon im Erstgespräch stellt sich heraus, dass es um für sie ungelöste familäre Konflikte geht.

    Ausgelöst durch eine Krebserkrankung im letzten Jahr wurde das Bedürfnis immer stärker, jemandem ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Der Wunsch von Frau B. ist es, zu erzählen und dabei Gefühle und Gedanken zulassen und ordnen zu können. In den Beratungsgesprächen gelingt es der Beraterin, durch aktives, achtsames Zuhören und eine wertschätzende Haltung eine Vertrauensbasis aufzubauen.
    Frau B. bringt zu jeder Beratungsstunde alte Bilder, Briefe, Notizen mit und erzählt Erlebnisse aus ihrer Lebensgeschichte. Es gibt in ihrem Leben zwei Ereignisse, die sie bisher noch niemandem erzählt hat; Frau B.: „Ich möchte es Ihnen erzählen, aber das tue ich nur einmal und dann nie wieder!“
    Die Klientin wird durch das Erzählen ihrer Lebensgeschichte emotional berührt, z.B. von Trauer, Schuldgefühlen, Schamgefühlen und Ängsten… Mit jeder Beratungsstunde wird Frau B. ruhiger und entspannter. Entlastung und Erleichterung werden im Beratungsverlauf, der acht Sitzungen umfasst, für die Beraterin deutlich spürbar. Frau B. findet in den Beratungsstunden Zeit und Raum, ihren Kummer, aber auch ihre glücklichen Erlebnisse zu erzählen. Denn wenn es gelingt, einige Erinnerungen, die mit Freude verbunden sind, ins Erleben zurückzuholen, ist es etwas leichter, sich den belastenden Erinnerungen zu stellen. Mit einem besseren Selbstwertgefühl kann man auch Scham- und Schuldgefühle besser zulassen und aushalten. Sie lernt in kleinen Schritten, ihre Gefühle und Gedanken zu sortieren, aufzuarbeiten und sich mit einigen Erlebnissen zu versöhnen.


    * Alle Geschichten werden mit ausdrücklichem Einverständnis der Klienten und geänderten Namen veröffentlicht.

Alle Geschichten werden mit ausdrücklichem Einverständnis der Klienten und geänderten Namen veröffentlicht.

 

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