Wie betroffene Familien an Geld kommen

Kurzarbeit ist ein Mittel, damit Menschen in wirtschaftlichen Krisen ihre Jobs nicht verlieren. Das ist gut, es bedeutet aber auch, dass die betroffenen Arbeitnehmer weniger verdienen, in der Regel sinkt das Einkommen um etwa ein Drittel. „Das bringt Familien, die schon zuvor am Existenzminimum waren, in finanzielle Schieflagen“, sagt Elke Toth, die Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle. Ihr ist deshalb eines wichtig: Zu informieren, wer wann Sozialleistungen beantragen kann, damit niemand in die Schuldenfalle tappt.

Denn zum Beispiel wissen viele nicht, dass auch arbeitende Menschen Anspruch auf Arbeitslosengeld II (ALG II) haben können.  Beispielsweise in dem Fall, dass Alleinstehende bei 60 Prozent Kurzarbeitergeld ihre Miete nicht mehr zahlen können. Betroffene können das beim Jobcenter oder im Internet prüfen (siehe Info-Kasten unten).

Für Alleinerziehende oder Familien, die Schwierigkeiten bekommen, ihre Miete zu bezahlen, gibt es laut Elke Toth die Kombination von Wohngeld und Kinderzuschlag, die man bei der Stadt und der Familienkasse beantragen kann. „Im Zuge des Hilfspakets, das  der Gesetzgeber beschlossen hat und das ab 1. April gilt, gibt es eine wichtige Neuerung, nämlich den Notfall-Kinderzuschlag. Dabei spielt nur das Einkommen des letzten Monats eine Rolle, es ist also ein Instrument für kurzfristig entstandene Notlagen wie jetzt“, so Toth weiter. Für sie ist das eine „wirklich gute Hilfe für betroffenen Familien“. Der Zuschlag beträgt maximal 185 Euro pro Kind.

Anhand eines Beispiels macht die Fachfrau der Diakonischen Bezirksstelle, zu der auch die Schuldnerberatung gehört, deutlich, wer von den neuen Regelungen profitieren kann. Sie geht von einer Familie mit zwei Kindern (fünf und acht Jahre alt) aus, bei der nur ein Elternteil verdient und die rund 1000 Euro an Mietkosten hat. Wenn das Arbeitseinkommen wegen Kurzarbeit nun auf unter 1200 Euro netto fällt, kann sie ALG II beantragen. Liegt das Netto-Einkommen zwischen 1200 und 1400 Euro, kann sie zwischen ALG II und der Kombination von Wohngeld und Notfall-KIZ wählen.

In den Genuss des Notfall-Kinderzuschlags können, wie Elke Toth betont,  auch Familien mit einem Netto-Einkommen bis ca. 2500 Euro kommen.

Die Berechnung der Leistungen sind immer individuell. „Das System von Sozialleistungen in Deutschland ist kompliziert“, gibt Toth zu. Mit Hilfe der Internet-Rechner können sich Interessierte aber oft gut einen Überblick verschaffen, ob sie einen Anspruch haben oder nicht. Sie macht allen Betroffenen Mut, Anträge zu stellen: „Es ist der richtige Weg. Denn oberstes Ziel muss es sein, dass man sich in prekären Situationen Unterstützung holt, statt Schulden aufzuhäufen, die einem dann bleiben.“ Wichtig sei es auch, die Anträge möglichst rasch zu stellen.

Wer allein mit den Internet-Rechnern nicht klarkommt, kann sich an eine Beratungsstelle wenden, zum Beispiel  an die der Diakonie unter Tel. (0731) 1538-500 oder 1538-501, der Caritas 0731 / 2063-41 und 2063-53

Danke für die Überlassung des Textes an die SWP und Redakteurin Verena Schühly.


Infokasten:

Notfall-Kinderzuschlag:  Infos und Online-Antrag unter www.notfall-kiz.de

Wohngeld: Die offizielle Internet-Seite www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/stadt-wohnen/wohnraumfoerderung /wohngeld/wohngeld-node.html hat einen Wohngeld-Rechner, um auszurechnen, ob ein Bezug möglich ist. Anträge stellt man beim Wohnungsamt der Stadt Ulm in der Münchner Straße 2.
Mehr unter www.ulm.de/global/datenpool /dienstleistungen/wohngeld-beantragen

Arbeitslosengeld II: Online findet sich der Antrag unter www.arbeitsagentur.de/antrag-arbeitslosengeld2. Weitere Infos unter: www.arbeitsagentur.de/arbeitslosengeld-2/finanziell-absichern

BürogebäudeDiakonische Bezirksstelle Grüner Hof 1 in Ulm

Vieles unter einem Dach


An die Diakonische Bezirksstelle wenden sich Menschen, die in ihrer individuellen Lebenslage Hilfe- und Unterstützung benötigen. Viele Alltagsfragen scheinen unlösbar und blockieren die Verwirklichung eines zufriedenstellenden Lebens. Der Umgang mit Behörden ist häufig angstbesetzt und die formalisierten Abläufe und schriftlichen Bescheide sind für Viele nicht verständlich. Materielle Not verschärft soziale Ausgrenzung, Rückzug und Frustration. Die alltägliche Lebensbewältigung wird oft als Herausforderung erlebt, die an die Grenzen der Belastbarkeit führen kann. Hintergründe und Ursachen sind dabei meistens komplex und verwoben und für die Betroffenen schwer zu durchschauen. Soziale Not und unzureichende persönliche Bewältigungsmöglichkeiten bedingen sich dann miteinander.

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und der klärende „Blick für den nächsten Schritt“ können helfen, Wege aus Verstrickungen zu finden. Unsere unspezifischen und spezialisierten Beratungsdienste achten dabei individuelle Lebenswege und Motivationen. Ausgebildete Fachkräfte hören zu, lassen sich auf die einzelne Person und ihre Lebenswelt ein und zeigen kompetent Lösungsschritte auf. Dabei achten wir auf vorhandene Ressourcen und fördern Möglichkeiten der Selbsthilfe.

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    etothdontospamme@gowaway.kirche-diakonie-ulm.de
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